Kontaktlinsen beim Sport

Kurz gesagt: Beim Sport sind Kontaktlinsen der Brille meist überlegen. Sie beschlagen nicht, verrutschen nicht und lassen das volle Blickfeld frei. Laut den Augenärzte-Verbänden BVA und DOG sind weiche Linsen beim Sport erste Wahl, weil sie fester sitzen, bei Kontakt- und Kampfsport sogar klar vorzuziehen.

Zwei Ausnahmen: Beim Schwimmen raten die Augenärzte von Linsen ab, und bei Ballsportarten wie Squash schützen Linsen das Auge nicht, dafür braucht es eine Sportschutzbrille.

Warum Kontaktlinsen beim Sport praktischer sind

  • Freies Blickfeld: keine Fassung im Sichtfeld, scharfe Sicht auch zur Seite.
  • Kein Beschlagen bei Kälte, Schweiß oder Regen.
  • Kein Verrutschen bei schnellen Bewegungen.
  • Weniger Verletzungsgefahr durch die Brille selbst: Der Berufsverband der Augenärzte weist auf ein erhöhtes Verletzungsrisiko von Brillenträgern bei Mannschaftssport hin. Wer beim Sport eine Brille braucht, sollte bruchsichere Kunststoffgläser wählen.

Welche Kontaktlinsen eignen sich für welchen Sport?

Sportart Empfehlung
Ballsport, Kontakt- und Kampfsport weiche Linsen, am einfachsten Tageslinsen; formstabile Linsen können eher verrutschen
Ausdauersport (Laufen, Radfahren) weiche oder formstabile Linsen; Sonnenbrille gegen Wind und Staub
Squash, Badminton, Tennis, Hockey Linsen plus Sportschutzbrille
Schwimmen, Wassersport möglichst ohne Linsen, siehe unten
Wintersport Linsen plus Ski- oder Sonnenbrille, siehe Kontaktlinsen im Winter

Wer nur gelegentlich Sport mit Linsen macht und sonst eine Brille trägt, ist mit Tageslinsen gut bedient. Sie brauchen keine Pflege, und bei Verlust ist schnell ein frisches Paar zur Hand.

Schwimmen mit Kontaktlinsen

Wasser aus Schwimmbad, See oder Meer kann Akanthamöben enthalten. Sie lösen eine seltene, aber schwere Hornhautentzündung aus. Laut Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft tragen etwa 90 Prozent der Betroffenen weiche Kontaktlinsen. Die DOG rät deshalb: beim Schwimmen keine Kontaktlinsen tragen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Wassersportlern eine Schwimmbrille mit Sehstärke.

Wer trotzdem mit Linsen ins Wasser geht, sollte eine dicht schließende Schwimmbrille tragen und Tageslinsen direkt danach entsorgen. Mehr unter Schwimmen mit Kontaktlinsen und Surfen mit Kontaktlinsen.

Kontaktlinsen sind kein Augenschutz

Augenverletzungen machen etwa ein Prozent aller Sportverletzungen aus, sind aber oft schwer. In einer deutschen Auswertung von Vereinssport-Unfällen mussten fast 20 Prozent der Augenverletzungen stationär behandelt werden. Das höchste Risiko hatten Wasserball, Squash, Badminton und Tennis.

Kontaktlinsen schützen dabei nicht. Die American Academy of Ophthalmology und die Kinderärzte-Vereinigung AAP empfehlen bei Risikosportarten wie Squash, Basketball oder Hockey zertifizierte Sportschutzbrillen aus Polycarbonat. Sie senken das Risiko schwerer Verletzungen laut AAO um mindestens 90 Prozent. Die Brille lässt sich gut mit Kontaktlinsen kombinieren.

Tipps für Sport mit Kontaktlinsen

  1. Linsen vor dem Sport mit sauberen Händen einsetzen, nicht erst in der Umkleide improvisieren.
  2. Ersatzlinsen oder eine Brille in die Sporttasche packen.
  3. Bei Staub, Wind oder Sonne eine Sport- oder Sonnenbrille tragen.
  4. Nicht mit Linsen duschen, siehe Kontaktlinsen beim Duschen.
  5. Rutscht eine Linse weg, nicht reiben: siehe Kontaktlinse im Auge verloren.

Häufige Fragen

Können Kontaktlinsen beim Sport herausfallen?

Selten. Weiche Linsen haften laut BVA und DOG durch ihre große Auflagefläche gut am Auge. Formstabile Linsen sind kleiner und können bei Schlägen oder Stürzen eher verrutschen.

Welche Kontaktlinsen sind am besten für Fußball?

Weiche Linsen, am einfachsten Tageslinsen. Eine Schutzbrille ist beim Fußball nicht üblich, bei Kopfbällen und Zweikämpfen bleibt aber ein Restrisiko.

Darf man mit Kontaktlinsen schwimmen?

Die DOG rät davon ab. Wenn überhaupt, dann nur mit dicht schließender Schwimmbrille und Tageslinsen, die Sie danach wegwerfen.

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Quellen

Zuletzt geprüft: Oktober 2026.