Kurzsichtigkeit (Myopie)
Kurzsichtigkeit (Myopie) führt dazu, dass Betroffene in der Ferne schlechter sehen als in der Nähe.

Die Kurzsichtigkeit wird auch Myopie genannt und betrifft relativ viele Menschen. Heute kann sie fast schon als “Wohlstandskrankheit” angesehen werden, denn gerade die Arbeit am Computer und das viele Schauen auf das Smartphone begünstigen diese Sehschwäche bereits bei Kindern.
Die Myopie wird in –Dioptrien angegeben und die Brillengläser sorgen je nach Stärke dafür, dass die Augen kleiner erscheinen.

Die Symptome der Kurzsichtigkeit

Bei der Fehlsichtigkeit ist das Sehen in der Nähe noch relativ scharf und wird auf die Ferne immer unschärfer. Hierbei ist die Brechkraft des Auges größer als das Auge selbst. Somit verbinden sich die Lichtstrahlen aus einer Entfernung schon vor der Netzhaut und treffen den Brennpunkt. Damit man jedoch scharf sehen kann, müsste der Brennpunkt direkt auf die Netzhaut treffen. Als Hilfsmittel werden Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen verordnet, die einen negativen Dioptrienwert haben. Diese sorgen dafür, dass die Brechkraft weniger wird und man somit auch wieder scharf sieht.
In der Regel ist die Sehschwäche zu Beginn noch nicht so schlimm. Es reicht den Betroffenen, wenn sie die Augen zusammenkneifen, um schärfer zu sehen. Dies hilft aber bei einer bestimmten Sehschwäche nicht mehr aus. Meist bemerken Betroffene die Sehschwäche, weil sie in die Ferne verschwommen sehen oder Gesichter und Straßenschilder nicht mehr richtig erkennen.
Es kann bei der Myopie auch zu einer Glaskörpertrübung kommen. Hier haben die Betroffenen den Eindruck, als würden schwarz kleine Punkte durch die Luft fliegen. Auch haben sie ein höheres Risiko für einen grünen Star oder einer Netzhautablösung.
Neben der Kurzsichtigkeit gibt es auch die Weitsichtigkeit, welche sich dadurch äußert, dass die Betroffenen zwar gut in die Ferne sehen können, aber nur unscharf in der Nähe.



Die Diagnostik der Myopie

Bemerkt man, dass das Sehen in die Ferne unscharf ist, folgt in der Regel der Gang zum Optiker oder Augenarzt. Dieser führt eine Refraktionsbestimmung durch und misst die objektive Brechkraft jedes Auges. Anhand der Messwerte hat er bereits einen Anhaltspunkt für den später folgenden Sehtest.
Nun folgt der Sehtest, bei dem der Betroffene mit einem Auge Buchstaben oder Zahlen in verschiedenen Größen ablesen muss. Die Sehtafel hat dabei einen gewissen Abstand und je nach Richtigkeit der Ableseergebnisse werden die Zahlen oder Buchstaben immer kleiner. Für das Ablesen wird dem Betroffenen eine Brille mit verschiedener Brechkraft aufgesetzt und er muss entscheiden, ob ihm diese das Sehen verbessert oder sogar verschlechtert. Am Ende des Sehtests wird der Dioptrienwert bestimmt, welcher jedoch möglichst niedrig ist. Es wird also der niedrigste Wert gewählt, mit dem der Betroffene beim Test noch scharf sehen konnte.
In der Medizin spricht man von der gutartigen Myopie und der bösartigen Myopie. Die gutartige Myopie ist die häufigste Form, wobei sich die Sehwerte bis etwa zum 30. Lebensjahr ändern und danach weitestgehend konstant bleiben. Sie wird nicht als Krankheit angesehen.
Die bösartige Myopie dagegen ist relativ selten und kennt keinen Stillstand. Die Augen werden immer schlechter und im Verlauf kann es sogar zu einer Netzhautveränderung und somit sogar zur Erblindung kommen.
Die Dioptrienstärke reicht meist bis –6 Dioptrien, in wenigen Fällen sogar bis –12. Lediglich bei der bösartigen Myopie reichen irgendwann auch Sehhilfen nicht mehr aus, um scharf sehen zu können.

Wodurch entsteht eine Kurzsichtigkeit?

Leider ist die Kurzsichtigkeit erblich, weshalb das Risiko groß ist, dass Kinder von kurzsichtigen Eltern ebenfalls an einer Kurzsichtigkeit leiden. Entweder ist da Auge einfach zu lang oder aber die Brechkraft der Augenlinse sowie Hornhaut zu stark. Jedoch kann man auch selbst an einer Kurzsichtigkeit schuld sein und dafür unbewusst sorgen, dass das Auge zu lang wird.
Lesen strengt die Augen an und ist mitunter ein Grund, doch hauptsächlich die häufige Nutzung von Smartphones und Computer ist ein Hauptgrund. Werden die Augen überwiegend zur Nahsicht verwendet, steigt auch das Risiko. Auch Menschen, die selten an der frischen Luft sind, können unter Kurzsichtigkeit leiden, da das Tageslicht daran beteiligt ist, dass das Auge nicht übermäßig wächst.




Kann man eine Kurzsichtigkeit verbessern?

In erster Linie können Sehhilfen wie eine Brille oder Kontaktlinsen Abhilfe schaffen. Auch könnte ein Lasereingriff infrage kommen, wobei dieser mit hohen Kosten verbunden ist.
Generell kann man aber das Voranschreiten der Myopie beeinflussen, und zwar bis zum 30. Lebensjahr. Man sollte den Augen die Möglichkeit geben, abwechselnd in der Nähe und in die Ferne zu sehen. Das bedeutet beim Arbeiten auch einfach einmal den Blick vom Computer zu wenden und in die Ferne zu schauen. Auch der Aufenthalt an der frischen Luft tut den Augen gut, zumal draußen automatisch das Sehen zwischen Nähe und Ferne wechselt. Ebenso hilft das Tageslicht dabei, dass das Wachstum des Auges nicht zu stark ist. Somit ist es gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, sich möglichst viel an der frischen Luft aufzuhalten.
Auch Augentraining kann hilfreich sein. Zwar ist die Muskulatur der Augen ständig in Arbeit, doch wer viel vor dem Computer sitzt, sollte tatsächlich auch den Blick öfter in die Ferne schweifen lassen. Dies entspannt die Augen und hilft dabei, wieder besser zu sehen und die Augen nicht zu überanstrengen.

Kontaktlinsen oder Brille?

Dies ist eine Frage des Geschmacks. Während der eine seine Brille liebt, mag der andere lieber Kontaktlinsen und der Nächste wechselt gerne. Hier kann eine Beratung beim Optiker oder Augenarzt sinnvoll sein und vielleicht das Tragen von Probelinsen*, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen.
Manche Menschen empfinden alle Kontaktlinsen als Fremdkörper und gewöhnen sich einfach nicht daran. Andere tragen sie von Beginn an, als wäre es ganz normal. Auch die aufwendige Reinigung ist nicht jedermanns Sache. Hier mag eine Brille die bessere Lösung sein. Wobei sie natürlich auch ihre Nachteile hat und in vielen Situationen störend ist, wie zum Beispiel beim Schwimmen, beim Sport oder bei Regen.
Es gibt weiche Kontaktlinsen, formstabile Kontaktlinsen sowie Tageslinsen, Monatslinsen und Jahreslinsen. Ebenso gibt es dann noch spezielle Modelle bei einer Hornhautverkrümmung oder gegen Alterssichtigkeit. Am Ende entscheidet die Untersuchung darüber, welche Kontaktlinsen geeignet sind, denn nicht jedes Auge ist für Kontaktlinsen gemacht. Der Augenarzt oder Optiker wird deshalb die Augen genau betrachten, um entscheiden zu können, welche Kontaktlinsen geeignet sein könnten. Zu Beginn erhält man dann Probelinsen, um zu testen, ob man damit zurechtkommt und diese verträgt.
Auch Kinder können mit Kontaktlinsen versorgt werden, wobei es hier sogar spezielle Kontaktlinsen gibt, die eine Verschlechterung der Sehkraft verlangsamen sollen. In der Regel trägt das Kind die Kontaktlinsen in der Nacht und die Linsen formen die Hornhaut. Am Tag hat das Auge dadurch eine andere Brechkraft und kann ohne Sehhilfe sehen. Doch auch hier sollte man sich eingehend von einem Augenarzt beraten lassen, denn gerade bei Kindern möchte man die Augen so gut es geht schonen, damit die Myopie nur langsam voranschreitet.

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