Fehlsichtigkeiten & Sehschwächen

Kurz gesagt: Bei einer Fehlsichtigkeit bündelt das Auge das Licht nicht genau auf der Netzhaut, das Bild wird unscharf oder verzerrt. Die häufigsten Formen sind Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und ab Mitte 40 die Alterssichtigkeit.

Etwa jeder dritte Mensch in Europa ist kurzsichtig, ungefähr ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland hat eine Hornhautverkrümmung von mehr als 0,5 Dioptrien. Fast alle Fehlsichtigkeiten lassen sich mit Brille oder Kontaktlinsen gut ausgleichen.

Fehlsichtigkeiten von A bis Z

Die Fehlsichtigkeiten im Überblick

FehlsichtigkeitWas passiert?TypischKontaktlinsen
KurzsichtigkeitAuge meist etwas zu lang, das Bild entsteht vor der NetzhautFerne unscharfLinsen mit Minuswert, weich oder formstabil; Ortho-K
WeitsichtigkeitAuge meist etwas zu kurz, das Bild entsteht hinter der NetzhautNähe unscharf, müde Augen, KopfschmerzenLinsen mit Pluswert
HornhautverkrümmungHornhaut ungleichmäßig gewölbtverzerrtes Sehen in Nähe und Fernetorische oder formstabile Linsen
AlterssichtigkeitAugenlinse wird mit den Jahren steiferab Mitte 40 Probleme beim LesenMehrstärkenlinsen oder Monovision
KeratokonusHornhaut wird dünner und wölbt sich kegelförmigverzerrtes Sehen, häufig wechselnde Werteformstabile Linsen oder Sklerallinsen
Ungleichsichtigkeitbeide Augen haben deutlich unterschiedliche Wertemit Brille ungleich große BilderKontaktlinsen vermeiden den Größenunterschied
Rot-Grün-Schwächemeist angeborene Störung des FarbsehensRot- und Grüntöne schwer zu unterscheidenkeine Heilung; Filterlinsen verbessern teils den Kontrast

Kurz- oder Weitsichtigkeit treten oft zusammen mit einer Hornhautverkrümmung auf. Die Alterssichtigkeit kommt im Laufe des Lebens zu jeder anderen Fehlsichtigkeit hinzu.

Trockene Augen

Trockene Augen sind keine Fehlsichtigkeit, betreffen aber laut Leitlinie der deutschen Augenärzte 15 bis 17 Prozent der Bevölkerung und spielen für Kontaktlinsenträger eine große Rolle. Typisch sind Brennen, Sandkorngefühl und gerötete Augen. Mehr unter Trockene Augen und Kontaktlinsen bei trockenen Augen.

Wie wird eine Fehlsichtigkeit festgestellt?

Beim Sehtest misst der Augenoptiker oder Augenarzt, welche Korrektur Sie brauchen. Das Ergebnis steht in Dioptrien im Brillenpass:

  • Minuswert (Sphäre): Kurzsichtigkeit
  • Pluswert (Sphäre): Weitsichtigkeit
  • Zylinder und Achse: Hornhautverkrümmung
  • Addition: zusätzliche Stärke für die Nähe bei Alterssichtigkeit

Brillenwerte lassen sich nicht einfach auf Kontaktlinsen übertragen, ab etwa ±4 Dioptrien weichen die Werte voneinander ab. Kontaktlinsen sollten deshalb immer angepasst werden. Kinder, plötzliche Sehverschlechterungen und Beschwerden gehören zum Augenarzt. Mehr unter Optiker oder Augenarzt?

Kontaktlinsen bei Fehlsichtigkeit

Häufige Fragen

Welche Fehlsichtigkeiten gibt es?

Die wichtigsten sind Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit. Seltener sind Keratokonus und Ungleichsichtigkeit. Farbsehschwächen wie die Rot-Grün-Schwäche betreffen nicht die Schärfe, sondern das Farbsehen.

Kann man eine Fehlsichtigkeit heilen?

Brille und Kontaktlinsen gleichen sie aus, heilen sie aber nicht. Bei Kindern lässt sich das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen, zum Beispiel mit speziellen Kontaktlinsen, siehe Kurzsichtigkeit.

Kann ich mit jeder Fehlsichtigkeit Kontaktlinsen tragen?

In den meisten Fällen ja. Für Hornhautverkrümmung gibt es torische Linsen, für Alterssichtigkeit Mehrstärkenlinsen und für Keratokonus formstabile Speziallinsen. Welche Linse passt, klärt die Kontaktlinsen-Anpassung.

Quellen

Zuletzt geprüft: Oktober 2026. Die ausführlichen Quellen finden Sie im jeweiligen Ratgeber. Dieser Überblick ersetzt keine augenärztliche Untersuchung.