Kontaktlinsen in der Schwangerschaft

Kurz gesagt: Kontaktlinsen dürfen Sie in der Schwangerschaft in der Regel weiter tragen, auch die gewohnte Pflegelösung. Durch die Hormonumstellung verändern sich aber oft Tränenfilm und Hornhaut. Laut Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft haben bis zu 70 Prozent der Schwangeren trockene, brennende oder gerötete Augen, manche vertragen ihre Linsen zeitweise schlechter.

Kürzere Tragezeiten, Tageslinsen und konservierungsmittelfreie Tropfen helfen. Neue Brillenwerte und Augenlaser sollten bis einige Monate nach der Geburt bzw. dem Abstillen warten. Vor einer Vollnarkose müssen Linsen heraus.

Was verändert sich in der Schwangerschaft am Auge?

  • Trockene Augen: Hormone verändern Menge und Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit.
  • Hornhaut: Laut American Academy of Ophthalmology (AAO) nehmen Dicke und Krümmung der Hornhaut im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft zu, vermutlich durch Wassereinlagerungen. Die Hornhaut wird zudem weniger empfindlich.
  • Sehstärke: Die Kurzsichtigkeit kann leicht zunehmen, laut Apotheken Umschau um etwa 0,25 bis 0,75 Dioptrien.
  • Linsenverträglichkeit: In einer kleinen Studie vertrug jede vierte Schwangere ihre Kontaktlinsen zeitweise nicht mehr.

Die gute Nachricht: Diese Veränderungen sind meist vorübergehend und bilden sich nach der Geburt bzw. nach dem Abstillen zurück.

Tipps für Kontaktlinsen in der Schwangerschaft

  • Tragezeit verkürzen und öfter zur Brille greifen.
  • Tageslinsen sind bei empfindlichen Augen oft angenehmer.
  • Benetzungstropfen ohne Konservierungsmittel verwenden. Augentropfen mit Wirkstoffen nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt.
  • Bei Beschwerden wie Brennen, Rötung oder schlechterer Sicht Linsen herausnehmen und den Anpasser oder Augenarzt fragen. Mehr unter Kontaktlinsenunverträglichkeit.
  • Keine übereilte neue Brille: Die Werte erst einige Monate nach dem Abstillen prüfen lassen.
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Zuletzt aktualisiert am 29. October 2026 um 5:23 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Augenlaser in der Schwangerschaft?

Nein. Laut AAO sollte eine Laserbehandlung weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit erfolgen, weil sich die Werte verändern. Eingriffe und neue Brillen erst drei bis sechs Monate nach der Geburt planen, wenn sich die Sehstärke stabilisiert hat.

Kontaktlinsen bei der Geburt

Bei einer normalen Geburt sind Kontaktlinsen kein Problem, eine Brille kann aber praktischer sein. Für einen Kaiserschnitt oder eine andere Operation gilt: Vor einer Vollnarkose müssen Kontaktlinsen heraus. Viele Kliniken bitten generell darum, die Linsen vor dem Eingriff herauszunehmen. Packen Sie deshalb Brille, Behälter und Pflegelösung in die Kliniktasche und fragen Sie im Kreißsaal nach.

Wann zum Augenarzt?

Plötzliche Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze, Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle in der Schwangerschaft sollten Sie sofort ärztlich abklären lassen. Sie können auf ernste Komplikationen hinweisen und haben nichts mit den Kontaktlinsen zu tun.

Häufige Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft Kontaktlinsen tragen?

Ja, in der Regel wie bisher. Wenn die Augen trocken oder gereizt sind, Tragezeit verkürzen.

Kann ich meine Kontaktlinsenlösung weiter verwenden?

Laut BVA und DOG meist ja. Bei empfindlichen Augen kann eine Peroxidlösung ohne Konservierungsmittel angenehmer sein.

Warum sehe ich in der Schwangerschaft schlechter?

Wassereinlagerungen können Hornhaut und Sehstärke leicht verändern. Das bildet sich meist nach der Geburt zurück.

Darf ich bei der Geburt Kontaktlinsen tragen?

Bei einer normalen Geburt meist ja. Vor einer Vollnarkose müssen sie heraus.

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Quellen

Zuletzt geprüft: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.