Brennende Augen: Ursachen und was hilft

Kurz gesagt: Brennende Augen haben meist harmlose Ursachen: Am häufigsten steckt ein trockenes Auge dahinter, oft verstärkt durch Bildschirmarbeit, Heizungsluft oder eine Entzündung der Lidränder. Auch Allergien, eine Bindehautentzündung, Rauch oder Chlor können die Augen brennen lassen. Bei Kontaktlinsenträgern kommen Ablagerungen, eine beschädigte Linse oder eine Unverträglichkeit des Pflegemittels dazu.

Oft helfen Benetzungstropfen, Pausen und Lidrandpflege. Brennen die Augen mit Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder schlechterer Sicht, gehören Sie zum Augenarzt, als Kontaktlinsenträger besonders schnell.

Die häufigsten Ursachen für brennende Augen

Ursache Typische Hinweise
Trockenes Auge Brennen, Sandkorngefühl, Druck; schlimmer am Bildschirm, in trockener Luft und abends; paradoxerweise auch vermehrtes Tränen
Bildschirmarbeit Augen brennen nach langer Konzentration, weil man seltener und unvollständig blinzelt
Lidrandentzündung, Meibom-Drüsen-Störung gerötete, verkrustete Lidränder, Brennen besonders morgens
Allergie Juckreiz, beide Augen, oft mit Heuschnupfen
Bindehautentzündung Rötung, Sekret, verklebte Lider
Reizstoffe Rauch, Chlor im Schwimmbad, Wind, Staub
UV-Strahlung (Verblitzung) starke Schmerzen und Lichtempfindlichkeit einige Stunden nach Schnee, Wasser, Schweißen oder Solarium
Medikamente z. B. Antihistaminika, Psychopharmaka, Betablocker, Hormonpräparate, konservierte Augentropfen

Das trockene Auge ist eine Volkskrankheit: Laut der Leitlinie von Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft (DOG) und Berufsverband der Augenärzte (BVA) sind in Deutschland etwa 15 bis 17 Prozent der Menschen betroffen, häufiger Ältere und Frauen. Bei rund 90 Prozent der Fälle verdunstet der Tränenfilm zu schnell, meist weil die Talgdrüsen am Lidrand nicht richtig arbeiten.

Augen brennen mit Kontaktlinsen

Laut Tear Film and Ocular Surface Society (TFOS) hat bis zur Hälfte der Kontaktlinsenträger irgendwann Beschwerden mit den Linsen. Es ist der häufigste Grund, warum Menschen das Tragen aufgeben. Typische Auslöser für Brennen:

  • Pflegemittel: Manche Menschen reagieren auf Inhaltsstoffe von Kombilösungen, teils erst nach Monaten. Ein Wechsel auf ein konservierungsmittelfreies Peroxidsystem bringt dann oft Besserung.
  • Peroxid nicht neutralisiert: Wurde die Neutralisationszeit nicht eingehalten oder der falsche Behälter benutzt, brennt die Linse stark. Sofort herausnehmen und das Auge gründlich spülen.
  • Linse beschädigt, falsch herum oder verschmutzt: Ein kleiner Riss oder Ablagerungen reichen. Mehr dazu unter Gerissene Kontaktlinsen.
  • Zu lange getragen: Tragezeit am Tag oder Austauschintervall überschritten.
  • Make-up: Besonders Glitzerpartikel reizen die Hornhaut. Make-up außerhalb der Wimpernlinie auftragen, siehe Schminken mit Kontaktlinsen.
  • Trockenes Auge: Kontaktlinsen können einen empfindlichen Tränenfilm zusätzlich belasten.

Laut American Academy of Ophthalmology (AAO) sollten Sie bei brennenden Augen nach dem Einsetzen die Linse herausnehmen, die Brille tragen und zeitnah zum Augenarzt gehen. Dahinter kann auch eine Entzündung oder eine Schwellung der Hornhaut stecken.

Was hilft gegen brennende Augen?

  • Benetzungstropfen: Tränenersatzmittel sind laut Leitlinie die erste Wahl beim trockenen Auge. Bei häufiger Anwendung sind konservierungsmittelfreie Tropfen besser. Mit Kontaktlinsen nur Tropfen verwenden, die dafür ausdrücklich geeignet sind, siehe Augentropfen bei Kontaktlinsen und Nachbenetzung.
  • Lidrandpflege: warme Kompressen (etwa 38 bis 45 °C, rund 10 Minuten), danach die Lidränder sanft massieren und reinigen. Laut BVA und DOG ist das die wichtigste Behandlung bei Lidrandentzündung. Besserung zeigt sich meist nach drei bis vier Wochen.
  • Pausen am Bildschirm: 20-20-20-Regel: alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 Meter Entfernung schauen und bewusst blinzeln.
  • Raumklima: lüften, Luftbefeuchter, Gebläse nicht ins Gesicht.
  • Kontaktlinsen anpassen lassen: Tragezeit verkürzen, auf Tageslinsen, ein anderes Material oder ein anderes Pflegemittel wechseln, in Absprache mit Ihrem Anpasser. Mehr dazu unter Welches ist das beste Material für Kontaktlinsen?

Benetzungstropfen und Lidpflege im Preisvergleich: konservierungsmittelfreie Tropfen, die laut Hersteller auch bei eingesetzten Linsen erlaubt sind, und Tücher für die Lidrandreinigung.

Was Sie besser lassen

  • Kamille-Kompressen und Teebeutel: Laut BVA haben sie auf den Augen nichts zu suchen, wegen Allergie- und Keimrisiko.
  • „Weißmacher“-Tropfen: Gefäßverengende Augentropfen nicht länger als wenige Tage verwenden, sonst kehrt die Rötung verstärkt zurück.
  • Reiben: verschlimmert die Reizung und kann Fremdkörper verschieben.

Wann zum Arzt?

Sofort, wenn:

  • Chemikalien ins Auge gelangt sind. Dann sofort mit viel sauberem Wasser spülen und direkt in die Notaufnahme oder zum Augenarzt.
  • das Auge stark schmerzt, lichtempfindlich ist oder Sie schlechter sehen.
  • Sie Kontaktlinsen tragen und das Auge rot ist und schmerzt. Dann kann eine Hornhautentzündung dahinterstecken.
  • ein Fremdkörper sich nicht ausspülen lässt.

Zeitnah, wenn das Brennen trotz Pausen und Benetzung länger als etwa eine Woche anhält oder immer wiederkommt.

Häufige Fragen

Warum brennen meine Augen ständig?

Meist steckt ein trockenes Auge oder eine Lidrandentzündung dahinter. Beides ist gut behandelbar, braucht aber Geduld und eine Diagnose beim Augenarzt.

Warum brennen meine Augen mit Kontaktlinsen?

Häufige Gründe sind trockene Augen, Ablagerungen, eine beschädigte Linse oder eine Unverträglichkeit des Pflegemittels. Nehmen Sie die Linse heraus und lassen Sie die Ursache abklären.

Warum tränt und brennt mein Auge gleichzeitig?

Das passt gut zum trockenen Auge: Der gereizte Tränenfilm löst einen Reflex aus, und das Auge produziert wässrige Tränen, die aber schlecht benetzen.

Was hilft schnell gegen brennende Augen?

Kontaktlinsen herausnehmen, konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen, eine Bildschirmpause und frische Luft. Bei Schmerzen oder Sehstörungen zum Augenarzt.

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Quellen

Zuletzt geprüft: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine augenärztliche Untersuchung.