Tränende Augen: Ursachen und was hilft

Kurz gesagt: Tränende Augen sind meist harmlos. Häufige Auslöser sind Wind und Kälte, Allergien, eine Bindehautentzündung oder ein Fremdkörper. Überraschend oft stecken trockene Augen dahinter: Der gereizte Tränenfilm löst Reflextränen aus. Bei älteren Menschen ist ein verengter Tränenabfluss eine häufige Ursache. Mit Kontaktlinsen gilt: Tränt das Auge stark, Linse herausnehmen. Bei Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder schlechterer Sicht gehören Sie zum Augenarzt.

Warum tränen die Augen?

Tränen halten das Auge feucht, spülen Fremdkörper aus und fließen über kleine Öffnungen am inneren Lidwinkel in die Nase ab. Tränt das Auge über, kann das zwei Gründe haben, oft auch beide zugleich: Es werden zu viele Tränen gebildet, oder sie fließen nicht richtig ab. Fachleute sprechen beim Überlaufen von Epiphora.

Häufige Ursachen

Ursache Typische Hinweise
Wind, Kälte, Rauch Tränen nur draußen oder in verrauchter Luft; laut NHS eine normale Reaktion
Trockene Augen Brennen, Sandkorngefühl, Tränen vor allem bei Bildschirmarbeit oder Heizungsluft
Allergie Juckreiz, beide Augen, oft zusammen mit Niesen in der Pollensaison
Bindehautentzündung Rötung, Brennen, verklebte Lider am Morgen, manchmal Ausfluss
Fremdkörper plötzlich, meist ein Auge, Gefühl von „etwas im Auge“
Lidrandentzündung gerötete, schuppige Lidränder, Beschwerden morgens
Verengter Tränenabfluss Tränen laufen ständig über die Wange, häufig bei älteren Menschen
Lidfehlstellung Unterlid kippt nach außen (Ektropium) oder Wimpern reiben am Auge (Entropium)

Auch manche Medikamente können die Augen austrocknen und dadurch Tränen auslösen, etwa Antihistaminika, Entwässerungsmittel, Antidepressiva oder Retinoide. Setzen Sie Medikamente nicht selbst ab, sondern sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Trockene Augen, die tränen?

Das klingt widersprüchlich, ist aber häufig. Laut Apotheken Umschau tränen die Augen gerade zu Beginn eines trockenen Auges oft: Der Körper reagiert auf den Reiz mit vielen, aber wässrigen Tränen, die den Tränenfilm nicht stabilisieren. Tränenersatzmittel können diesen Reflex verringern. Mehr dazu unter Trockene Augen.

Tränende Augen bei Babys

Laut Gesundheitsportal des Bundes haben etwa 6 Prozent der Neugeborenen einen noch nicht vollständig geöffneten Tränenkanal. Meist öffnet er sich in den ersten Lebensmonaten von selbst, oft hilft eine sanfte Massage, die der Kinderarzt zeigt. Bleibt das Tränen länger bestehen, kann der Augenarzt die Tränenwege spülen oder sondieren.

Augen tränen morgens oder nachts

Tränen die Augen vor allem nach dem Aufwachen, können verklebte oder entzündete Lidränder dahinterstecken. Seltener schließen die Lider im Schlaf nicht ganz, sodass das Auge über Nacht austrocknet. Beim sogenannten Floppy-Eyelid-Syndrom ist das Oberlid sehr schlaff. Es tritt häufig zusammen mit Schlafapnoe auf und verursacht Beschwerden vor allem morgens auf der Seite, auf der man schläft. Bei regelmäßigen Beschwerden am Morgen lohnt ein Termin beim Augenarzt.

Was hilft gegen tränende Augen?

  • Tränenersatz: Bei trockenen Augen helfen Benetzungstropfen, bei häufigem Gebrauch ohne Konservierungsmittel.
  • Lidrandpflege: Warme Kompressen und eine sanfte Lidmassage lösen verstopfte Talgdrüsen am Lidrand.
  • Bei Allergie: Augen nicht reiben, Pollen meiden, abends Haare waschen. Antiallergische Tropfen nach Rücksprache mit Apotheke oder Arzt.
  • Am Bildschirm: bewusst blinzeln und Pausen einlegen, zum Beispiel alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen.
  • Draußen: Eine Sonnenbrille schützt vor Wind und Kälte.

Gefäßverengende Tropfen gegen rote Augen sind keine Lösung für Dauerbeschwerden. Laut American Academy of Ophthalmology (AAO) sollten sie nicht länger als zwei bis drei Tage angewendet werden.

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Zuletzt aktualisiert am 29. October 2026 um 11:02 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Tränende Augen mit Kontaktlinsen

Tränt das Auge mit Linse, ist die Linse selbst oft der Auslöser. Mögliche Ursachen:

  • Linse eingerissen, verschmutzt oder falsch herum eingesetzt
  • Fremdkörper unter der Linse
  • Unverträglichkeit des Pflegemittels, oft mit Brennen direkt nach dem Einsetzen
  • Ablagerungen auf älteren Linsen
  • Allergie oder trockene Augen, die durch die Linse verstärkt werden
  • Entzündung oder Infektion der Hornhaut

Die US-Arzneimittelbehörde FDA rät: Bei starkem Tränen, Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder verschwommener Sicht die Linsen sofort herausnehmen, nicht wieder einsetzen und Augenarzt oder Anpasser kontaktieren. Bewahren Sie die Linsen im Behälter auf, sie helfen bei der Ursachensuche. Mehr dazu unter Fremdkörpergefühl bei Kontaktlinsen und Kontaktlinsenunverträglichkeit.

Wann zum Augenarzt?

  • Sofort: bei starken Schmerzen, plötzlich schlechterem Sehen, starker Lichtempfindlichkeit, nach einer Verletzung oder wenn ein Fremdkörper nicht herausgeht.
  • Notfall: Chemikalien im Auge sofort mit viel Wasser ausspülen und den Rettungsdienst rufen (112).
  • Zeitnah: wenn die Augen über Wochen tränen, die Lider sich verändern, eine Schwellung am inneren Lidwinkel auftritt oder Hausmittel nicht helfen.

Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Häufige Fragen

Warum tränen meine Augen ständig?

Häufig sind trockene Augen, Allergien oder bei älteren Menschen ein verengter Tränenabfluss die Ursache. Halten die Beschwerden an, sollte ein Augenarzt nachsehen.

Warum tränen die Augen bei Müdigkeit?

Wer müde ist oder lange auf einen Bildschirm schaut, blinzelt seltener. Der Tränenfilm reißt auf, das Auge wird gereizt und reagiert mit Reflextränen.

Auge tränt und schmerzt, was tun?

Bei Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterung nicht abwarten, sondern zum Augenarzt. Kontaktlinsen vorher herausnehmen.

Helfen Augentropfen gegen tränende Augen?

Wenn trockene Augen die Ursache sind, ja: Tränenersatzmittel stabilisieren den Tränenfilm. Bei Allergien helfen antiallergische Tropfen. Mehr unter Augentropfen bei Kontaktlinsen.

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Quellen

Zuletzt geprüft: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Untersuchung.