Slime mit Kontaktlinsenlösung: Welche Lösung funktioniert?

Kurz gesagt: Slime wird nur mit einer Kontaktlinsenlösung fest, die Borsäure oder Natriumborat enthält. Diese Borverbindungen vernetzen den Kleber. Laut Packungsangabe gilt das zum Beispiel für ReNu, Biotrue, OPTI-FREE und ACUVUE RevitaLens. Lösungen ohne Borat, etwa Kombilösungen mit Phosphatpuffer oder Peroxidsysteme, funktionieren nicht. Selbst gemischter Slime ist kein geprüftes Spielzeug.

Kinder sollten ihn nur mit Erwachsenen herstellen, und er gehört nicht in den Mund.

Welche Kontaktlinsenlösung funktioniert für Slime?

Entscheidend ist die Zutatenliste auf der Flasche. Steht dort Borsäure, Natriumborat oder Natriumtetraborat, kann die Lösung Kleber vernetzen. Fehlen diese Stoffe, bleibt die Masse flüssig und klebrig, egal wie viel Lösung Sie dazugeben. Die folgende Übersicht beruht auf den Herstellerangaben, die wir für unsere Produktseiten geprüft haben:

KontaktlinsenlösungBorverbindung laut Packungsangabe
ReNu MPS Sensitive EyesBorsäure und Natriumborat
ReNu MultiPlusBorsäure und Natriumtetraborat
ReNu ADVANCEDBorsäure und Natriumborat
Biotrue All-in-oneBorsäure und Natriumborat
ACUVUE RevitaLensBorsäure und Natriumborat
OPTI-FREE RepleniSHNatriumborat
OPTI-FREE PureMoistBorsäure
OPTI-FREE ExpressBorsäure
SOLOCARE AQUA, Lenscare Kombi SH-System, Lenscare Kombi Gel-Systemkeine (Phosphatpuffer)
eyelike Kombi-Lösung, Lenscare Kombi Pluskeine Borverbindung angegeben, Puffer nicht näher benannt
Peroxidsysteme wie AOSEPT PLUS oder EasySeptkeine, außerdem 3 % Wasserstoffperoxid: für Slime ungeeignet
Kochsalzlösungje nach Produkt: reine Kochsalzlösung keine, manche borat-gepufferte Lösungen schon

Drogerie-Eigenmarken wie Visiomax (dm) oder BestView (Rossmann) haben wir nicht im Detail geprüft. Schauen Sie dort auf die Zutatenliste. Rezepturen können sich ändern, maßgeblich ist immer die Angabe auf Ihrer Flasche.

Ein Beispiel aus der Tabelle ist Biotrue All-in-one, laut Packungsangabe mit Borsäure und Natriumborat:

Warum Borat den Slime fest macht

Bastelkleber auf Basis von Polyvinylalkohol (PVA) besteht aus langen Molekülketten. Borat-Ionen verbinden diese Ketten miteinander, aus der flüssigen Masse wird ein elastisches Netz. In Kontaktlinsenlösungen dienen Borsäure und Borate eigentlich als Puffer, der den pH-Wert stabil hält. Viele Internetrezepte geben zusätzlich Natron dazu. Es macht die Mischung leicht basischer, dadurch liegt mehr Bor in der vernetzenden Borat-Form vor. Mit Kleber ohne PVA, etwa vielen Klebestiften, klappt das nicht.

Ist Slime mit Kontaktlinsenlösung gefährlich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Messdaten zu gekauftem Spielschleim ausgewertet: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die enthaltenen Borverbindungen sind demnach bei bestimmungsgemäßem Spielen nicht zu erwarten, auch nach versehentlichem Verschlucken einer kleinen Menge seien akute Wirkungen unwahrscheinlich. Diese Bewertung gilt allerdings für untersuchte Spielzeuge mit begrenzter Borfreisetzung, nicht automatisch für jede selbst gemischte Masse.

Die französische Gesundheitsbehörde ANSES rät zur Vorsicht beim Selbermachen: Neben Borverbindungen können Kleber Konservierungsmittel wie Isothiazolinone oder Formaldehydabspalter enthalten, die Haut und Augen reizen oder Allergien auslösen können. Wer häufig Slime mischt und lange damit spielt, hat mehr Hautkontakt als beim gelegentlichen Spielen mit gekauftem Schleim.

Sicherheitsregeln für Eltern

  • Slime nur gemeinsam mit Erwachsenen herstellen, nicht für Kleinkinder unter drei Jahren.
  • Nicht in den Mund nehmen, nicht ins Gesicht oder an die Augen bringen.
  • Nach dem Spielen gründlich Hände waschen. Bei gereizter oder verletzter Haut nicht damit spielen.
  • Nur kleine Mengen ansetzen und Slime nach einigen Tagen oder bei Geruch oder Schimmel entsorgen.
  • Keine Peroxidlösungen verwenden: Unverdünntes Wasserstoffperoxid reizt Haut und Augen.
  • Eine Flasche, die für Slime benutzt wurde, nicht mehr für Kontaktlinsen verwenden. Öffnen Sie dafür lieber eine neue.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft fertigen Slime oder ein Set, das ausdrücklich als Spielzeug gekennzeichnet ist und eine Altersangabe hat. Rückrufe und Warnungen finden Sie im europäischen Safety-Gate-System.

Was tun, wenn Slime ins Auge gelangt?

Das Auge sofort mit sauberem, lauwarmem Wasser ausspülen, eine getragene Kontaktlinse vorher vorsichtig herausnehmen. Halten Brennen, Rötung oder Sehstörungen an, oder wurde eine größere Menge verschluckt und es treten Beschwerden auf, holen Sie ärztlichen Rat ein oder rufen Sie den Giftnotruf Ihres Bundeslandes an. Halten Sie dafür die Verpackungen der verwendeten Produkte bereit.

Abgelaufene Kontaktlinsenlösung für Slime?

Für die Augen darf abgelaufene oder zu lange geöffnete Lösung nicht mehr verwendet werden, die Desinfektion ist dann nicht mehr sicher. Für Slime spielt die Desinfektion keine Rolle, die Borverbindungen bleiben enthalten. Achten Sie aber auf Trübung oder Geruch und entsorgen Sie solche Flaschen. Mehr zur Haltbarkeit lesen Sie unter Woraus besteht Kontaktlinsenlösung?

Häufige Fragen

Welche Kontaktlinsenlösung braucht man für Slime?

Eine Lösung, die laut Zutatenliste Borsäure oder Natriumborat enthält, zum Beispiel ReNu, Biotrue, OPTI-FREE oder ACUVUE RevitaLens. Lösungen ohne Borat funktionieren nicht.

Warum wird mein Slime nicht fest?

Meist enthält die Lösung kein Borat, oder der Kleber enthält kein PVA. Auch zu wenig Natron kann ein Grund sein, weil dann zu wenig Bor in der vernetzenden Form vorliegt.

Funktioniert Kochsalzlösung für Slime?

Nur wenn sie borat-gepuffert ist, also Borsäure oder Natriumborat in der Zutatenliste stehen. Reine Kochsalzlösung ohne Borat funktioniert nicht.

Ist Slime mit Kontaktlinsenlösung giftig?

Bei gekauftem Spielschleim hält das BfR gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Bor für nicht zu erwarten. Selbst gemischter Slime ist nicht geprüft. Deshalb gilt: nicht in den Mund nehmen, Hände waschen, nur mit Erwachsenen herstellen.

Kann ich danach mit der Flasche noch Kontaktlinsen pflegen?

Nein. Eine Flasche, die zum Basteln geöffnet und herumgereicht wurde, ist nicht mehr steril genug für die Augen.

Weiterführende Seiten

Quellen

Zuletzt geprüft: 20. Oktober 2026.